PROJEKTE
EUROPA

POSTSOZIALISMUSFORSCHUNG
(1) Jelena Tošic | Global Rights and Local Contexts: Diskurse über Menschenrechte, Demokratisierung und Globalisierung in der postsozialistischen Transformation Serbien und Montenegros.
(2) Andrea Strasser-Camagni | Global Rights and Local Contexts: Menschenrechte von Frauen und ihre Transformationen im armenischen Alltag.
(3) Johanna Riegler | Transformation der Arbeit: Ein Ost-Westvergleich.
 
GLOBALISIERUNG, MIGRATION, NATIONALITÄTS- UND IDENITÄTSFORSCHUNG IM EUROPÄISCHEN KONTEXT
(4) Susanne Binder | Interkulturelles Lernen aus der Sicht ethnologischer Ethnizitäts- und Sozialisationsforschung.
 
WECHSELWIRKUNG TECHNOLOGIE-GESCHLECHT-GESELLSCHAFT
(5) Eva-Maria Knoll | Soziokulturelle Kontexte medizintechnologischer Entwicklungen.
 
METHODOLOGISCHER PERSPEKTIVENWECHSEL
(6) Susanne Binder und Gebhard Fartacek | Alpine Populärkultur im fremden Blick: Der Musikanten-Stadl im Lichte der Wissenschaften.
 
 
 
JELENA TOŠIC | GLOBAL RIGHTS AND LOCAL CONTEXTS
Diskurse über Menschenrechte, Demokratisierung und Globalisierung in der postsozialistischen Transformation Serbiens und Montenegros.

Seit das sozialistisch-kommunistische System zusammengebrochen ist und sich das national-autoritäre Regime unter Slobodan Milošević aufgelöst hat, entwickeln sich Serbien und Montenegro in die Richtung westlich-marktwirtschaftlicher Demokratien. Dieser Transformationsprozess ist charakterisiert durch diverse institutionelle, politische sowie sozioökonomische Neuerungen (oder das Fehlen derselben) und mangelnde politische Stabilität und Kontinuität. Resultat ist ein komplexer Transitions-Prozess, der mit einem Wandel von Wertvorstellungen, Imaginationen und Hoffnungen auf eine zukünftige westlich-demokratische Gesellschaft verknüpft ist.
 
Im Fokus dieser rechtsanthropologischen Studie steht der politische und tägliche Diskurs über Menschenrechte und Demokratisierung im Kontext der Globalisierung und der aktuellen postsozialistischen Transformation. Jelena Tošić war zwölf Monate auf Feldforschung in Serbien. Sie analysierte lokale Medien und beobachtete unterschiedliche soziale Akteur/inn/en der Gegenwart. Die sozialistischen und nationalistischen Perioden blendete sie dabei nicht aus. Sie bezog kontinuierlich auch lokale Medien mit ein und analysierte diese. Neben teilnehmenden Beobachtungen führte die Wissenschafterin Interviews und Alltagsgespräche in nicht-öffentlichen Umgebungen mit Mitarbeiter/inne/n von Menschenrechtsorganisationen (NGOs), Lehrer/inn/en, Journalist/inn/en und Mitgliedern diverser sozialer Bewegungen. Wie Menschenrechtskonzeptionen und die Konfrontation mit Geschichte, Kriegsverbrechen und Wiederversöhnung zusammenspielen, untersuchte und analysierte sie dabei im Besonderen. Kontext war hier der Einfluss und die lokale Wahrnehmung der Gerichtsverfahren des UN-Kriegsverbrechertribunals im ehemaligen Jugoslawien, die täglich im Fernsehen übertragen wurden.
 
Jelena Tošić komplettierte ihre Untersuchung mit der Analyse von Diskursen über individuell-politische und sozioökonomische Rechte sowie lokale Wahrnehmungen von Globalisierungsprozessen.
 
 
 
Tošic, Jelena (2005): Global Rights and Local Contexts. Menschenrechte und Globalisierung in der post-sozialistischen Transformation Serbien und Montenegros. Dissertation. Universität Wien.

Tošic, Jelena (2005): Jenseits des Scheindilemmas Nationalismus vs. Reformdemokratie? Globalisierung und Menschenrechte in der Transition Serbien und Montenegros. In: Riegler, Johanna (Hg.): Kulturelle Dynamik der Globalisierung - Ost- und Westeuropäische Transformationsprozesse aus sozialanthropologischer Perspektive. Wien: Akademie-Verlag. S.121-153
-> Siehe Publikationen

Tošic, Jelena und Susanne Binder (2005): Refugees as a Particular Form of Transnational Migrations and Social Transformations. Socio-anthropological and Gender Aspects. In: Schuerkens, Ulrike (Hg.): Transnational Migrations and Social Transformation. Current Sociology, Vol.53 No.4, Monograph 2, Sage Publications: S. 607-625
 
 
     
 
 

Wittgenstein-Preis 2000
Kommission für Sozialanthropologie

Schwindgasse 14/6
A-1040 Wien


Tel.: 0043/1/515 81 - 6677
Fax: 0043/1/503 68 73 - 6680
wittgenstein2000@oeaw.ac.at


Hinweis: Der FSP wurde mit 31.03.2007 abgeschlossen. Ab diesem Zeitpunkt wird diese Homepage nicht mehr aktualisiert.